Advents-Update


Liebe Wörthseer,
lieber Helferkreis,

gerne informiere ich Sie über den aktuellen Stand. Für alle, die nicht bei der Bürgerversammlung am 27.10.2016 waren,
hier nachstehend die aktuellen Zahlen:

Per heutigem Stand haben wir
• insgesamt 28 Personen
• davon 17 Asylbewerber
• und 11 anerkannte Flüchtlinge bzw. mit subsidiärem Schutz
• die 12 Kinder gehen in die folgenden Schul- bzw. KiGa Einrichtungen:
2x Kinderkrippe
1x NBH Krabbelgruppe
2x BRK Kindergarten
2x Kath. Kindergarten
1x Grundschule Wörthsee
1x Christian-Morgenstern-Schule Herrsching

Wir erwarten allerdings Anfang Dezember einen Familiennachzug mit insgesamt 8 Personen aus dem Irak.

Wie bekannt, haben wir in Wörthsee bisher drei dezentrale Unterkünfte. Die geplante Container-Siedlung in Etterschlag ist erst einmal „auf Eis“ gelegt und wird wohl nicht kommen. Weitere dezentrale Unterkünfte werden auch nicht mehr angemietet. Aufgrund der „Flüchtlingspolitik“ kommen derzeit nur noch wenige Asylbewerber nach Deutschland und die Regierung von Oberbayern hat sämtliche Projekte gestoppt. Ab 1. Dezember 2016 werden alle Containeranlagen an die Regierung von Oberbayern übergeben und unterliegen somit nicht mehr der Obhut des LRA Starnberg.

Anerkannte Flüchtlinge müssen die Unterkunft verlassen, was aufgrund des nicht verfüg- und bezahlbaren Wohnraumes im Landkreis Starnberg nicht zu realisieren ist. Suchen Sie mal für einen „Ausländer“ mit Hartz IV eine Wohnung. Das LRA duldet diesen Personenbereich in den Asylunterkünften.
Für Darwish und seine Familie hat sich eine Wohnung gefunden und der Umzug fand letztes Wochenende statt. Da ist man als Helfer ganz schön gefordert, weil die Wohnung leer ist. Keine Küche, keine Möbel, keine Lampen, etc. Dank vieler Möbel-Angebote aus dem Ort konnte die Wohnung eingerichtet werden.

Anerkannte Flüchtlinge bekommen vom LRA-Starnberg den Bescheid über die Einstellung der Sozialleistung, d.h. kein Geld und auch die Krankenversicherung entfällt. Man muss also blitzartig zum Jobcenter und die entsprechenden Anträge stellen. Die Antragsteller bekommen eine Belehrung über ihre Pflichten und Rechte, und müssen eine sogenannte Eingliederungsvereinbarung unterschreiben. Sie werden sofort zum Integrationskurs verpflichtet und bekommen während dieser Zeit auch keinen Urlaubstag genehmigt.
Bei Krankheit müssen sie ab dem ersten Tag eine Krankmeldung beibringen, ansonsten kommt es zu Sanktionen, also Leistungskürzung oder Zahlungseinstellung. Mit der Anmeldung beim Jobcenter werden sie auch bei der Krankenkasse angemeldet. Unsere fünf Syrer gehen derzeit alle in den Integrationskurs Alterlingua in Weßling, und zwar jeden Tag von 8.30h bis 12.30h.

Unsere Syrer haben in ihrer Heimat Abitur gemacht und hatten teils auch mit einem Studium angefangen. Das Abitur wird hier in Deutschland nicht anerkannt, es entspricht in etwa Realschul-Abschluss. Im Klartext heißt das aber, sie müssen von vorne anfangen. Für eine Berufsausbildung braucht man Deutsch-Niveau B1 und für ein Studium C1, wir sprechen also von einem Zeitraum von 3 Jahren, bis man ein Studium aufnehmen kann.
Die Zeugnisanerkennungsstellen sind komplett überlastet und die Jobcenter wurden „ausgebremst“.  Also nur in Fällen, wo bereits ein Arbeitsvertrag unterschrieben wurde, kann man überhaupt mit einer Bearbeitung rechnen.

Im Landkreis Starnberg fehlt es derzeit an Übergangsklassen – allein in Herrsching gibt es Bedarf für mindestens 60 Schüler – und auch an Berufsschulklassen – hier sprechen wir von ca. 300 fehlenden Plätzen. Aufgrund dieses Mangels werden die Schüler willkürlich in irgendwelche Klassen gesteckt. In einer Integrationsklasse werden 20 Deutschstunden unterrichtet – in einer normalen Klasse nur 2 Stunden. Das Defizit ist also erheblich. Es gibt nun mal eine Schul- und auch Berufsschulpflicht und die Verantwortung liegt beim Schulamt bzw. Kultusministerium.

Im Bereich von Arbeitsgelegenheiten gibt es ein neues Förderprogramm FIM = Flüchtlingsintegrationsmaßnahme, d.h. der Staat fördert in Zukunft Einrichtungen wie Kommune, Schule,
Kirche oder sonstige gemeinnützige Vereine, wenn er Arbeitsgelegenheiten anbietet. Der Förderbetrag liegt bei EUR. 250,00 pro Monat pro Asylbewerber. Über Details berichte ich noch gesondert, ich muss mich da selber erst noch einarbeiten.

Anita und Festus warten immer noch auf ihr BAMF Interview (sind seit ca. 2,5 Jahren in Deutschland), Enas hat die Anhörung am 14.12.2016. Faith und Evans warten immer noch auf den Bescheid, also das Ergebnis.

Und dann gibt es auch noch eine gute Nachricht:  Vor einer Woche wurde Christin in der Kinderchirurgie im Schwabinger-Krankenhaus erfolgreich operiert (sie wurde am 21.07.2016 mit einer „Lippen-Kiefer-Gaumenspalte“ geboren) . In ca. 8 Monaten muss die Kleine noch einmal operiert werden.

Der angedachte arabische Kochkurs kann erst im Januar 2017 stattfinden, wenn Enas verfügbar ist. Die NBH hat zugesagt, dass wir die Küche im UDH benutzen dürfen. Interessierte sollen sich schon mal bei mir melden.

Wir suchen Helfer in Sachen Freizeitaktivität und Deutschkurse, Nachhilfe, etc.
Über Spenden für Arzneimittel, Zahnreinigung, Schulbücher, etc. würde ich mich sehr freuen… – unsere Asylbewerber freuen sich auch über Essenspakete oder Kosmetikartikel.

Der nächste Asylhelferkreis-Stammtisch findet am 25.01.2017 um 19.00h im Augustiner statt.

Jetzt wünsche ich Ihnen noch eine schöne Adventszeit
Ihre Elli Unverdross

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